Maßnahmen im Überblick
Außenliegende Verschattung
Außenliegende Verschattung
Diese Maßnahme schützt effektiv vor sommerlicher Überhitzung.
Verstellbare Systeme wie Jalousien, Raffstores, Markisen oder Rollläden sind meist einfach zu montieren. Feste Elemente wie Balkone, tiefe Fensterlaibungen oder außenliegende Lamellen erfordern mehr Aufwand. Beide Varianten können den solaren Wärmeeintrag im Sommer um bis zu 80 % reduzieren – das senkt den Kühlbedarf und verbessert den Wohnkomfort spürbar.
Verstellbare Systeme ermöglichen zugleich eine gute Tageslichtnutzung und bieten zusätzliche Funktionen wie Sichtschutz oder gezielte Lichtlenkung. Auch lassen sie weiterhin Wärmeeinträge im Winter zu.
Die Montage erfolgt an der Außenseite der Fassade. Je nach Ausführung sind auch kleinere Eingriffe im Innenbereich möglich, etwa für Steuerungseinheiten. Wichtig sind eine hohe Windstabilität und eine Gestaltung, die auch bei historischen Gebäuden ins Stadtbild passt.
In der Regel ist keine Genehmigung erforderlich – außer das Gebäude befindet sich in einer Schutzzone.
Außenwand dämmen
Außenwand dämmen
Die Dämmung der Außenwand reduziert Wärmeverluste (um 20 bis 40%), senkt die Heizkosten und verbessert den Wohnkomfort. Das macht den Umstieg auf ein erneuerbares Heizsystem einfacher. Meist wird außen ein Dämmstoff angebracht (Vollwärmeschutz) und verputzt.
Alternativ gibt es hinterlüftete Fassaden, dabei wird die Wärme-Dämmung an der Außenwand angebracht und mit einer Fassadenverkleidung abgedeckt. Dazwischen bleibt Platz, damit Luft zirkulieren kann. Diese Bauweise kostet zwar mehr, hält aber länger und kann gut repariert werden.
Ist eine Dämmung außen nicht möglich (z. B. aus Denkmalschutzgründen), kann innen gedämmt werden. Diese Variante ist meist dünner, dämmt daher etwas schlechter als andere und muss besonders sorgfältig und fachgerecht ausgeführt werden, damit keine Feuchteschäden entstehen.
Die Arbeiten bei einer Außenwand-Dämmung sind meist aufwändig und dauern mehrere Wochen. In vielen Fällen ist ein Gerüst nötig. Eine Baubewilligung ist oft erforderlich.
Fenster sanieren oder tauschen
Fenster sanieren oder tauschen
Der häufigste Weg ist der vollständige Tausch alter Fenster samt Rahmen gegen moderne Zwei- oder Drei-Scheiben-Fenster. In Ausnahmefällen (z. B. bei denkmalgeschützten Gebäuden) kann auch nur die Verglasung erneuert und der alte Rahmen erhalten bleiben.
Neue Fenster senken Wärmeverluste und Heizkosten um bis zu 20 %. Sie sorgen für angenehmere Temperaturen an der Fensterinnenseite und erhöhen den Wohnkomfort. Auch die Heizungsanlage kann dadurch kleiner und effizienter geplant werden.
Ein Fenstertausch erfordert immer Arbeiten in der Wohnung und bringt kurzfristige Einschränkungen. Ohne gleichzeitige Außen-Dämmung muss auf Wärmebrücken und ausreichende Lüftung geachtet werden, um Schimmel zu vermeiden.
Je nach Gebäude kann eine Bauanzeige nötig sein – z. B. in Schutzzonen oder bei älteren Bauten.
Innenliegende Verschattung
Innenliegende Verschattung
Rollos, Vorhänge oder Plissees werden innen am Fenster angebracht – in der Laibung, an der Wand oder an der Decke. Sie bieten Blendschutz und halten direkte Sonneneinstrahlung ab, was den Wohnkomfort erhöht. Diese Systeme sind günstig und einfach zu montieren, da sie keine Arbeiten an der Fassade erfordern. Eingriffe im Wohnbereich sind minimal.
Allerdings sind sie deutlich weniger wirksam als außenliegende Lösungen: Der Wärmeeintrag wird nur begrenzt reduziert.
Oberen Gebäudeabschluss dämmen
Oberen Gebäudeabschluss dämmen
Wird der Dachraum nicht genutzt, empfiehlt sich die Dämmung der obersten Geschoßdecke. Diese verringert Wärmeverluste deutlich: je nach Gebäude um 10 bis 20 %. Auch der Wohnkomfort verbessert sich: Die Decken bleiben im Winter spürbar wärmer.
Diese Maßnahme ist vergleichsweise günstig, schnell umsetzbar (meist in wenigen Tagen) und erfordert keine Arbeiten an der Fassade oder in bewohnten Räumen. Sie senkt den Heizenergiebedarf und schafft gute Voraussetzungen für ein klimafreundliches Heizsystem.
Beim Einbau ist auf Brandschutz und die Vermeidung von Wärmebrücken (z. B. bei Kaminen) zu achten, um Energieverluste und Feuchteschäden zu vermeiden. Eine behördliche Genehmigung ist in der Regel nicht nötig.
Unterste Geschoßdecke dämmen
Unterste Geschoßdecke dämmen
Die Dämmung der Kellerdecke von unten („Unterdecken-Dämmung“) ist eine gute Möglichkeit, Heizenergie (10 bis 20 %) zu sparen und verbessert den Wohnkomfort durch wärmere Fußböden.
Falls die Kellerdecke nicht zugänglich ist, kann stattdessen von oben gedämmt werden – also zwischen Fußboden und Decke. Diese Variante ist jedoch aufwändiger, bringt weniger Wirkung und kann zu Bauschäden führen, wenn sie nicht sorgfältig geplant ist.
Die Maßnahme ist meist kostengünstig, rasch umsetzbar und erfordert keine Arbeiten in den Wohnungen (außer bei der Innen-Dämmung). Probleme können z. B. durch niedrige Kellerdecken, Gewölbe oder viele Rohre entstehen. Eine behördliche Genehmigung ist in der Regel nicht nötig.
Abluftanlage mit Nachströmung
Abluftanlage mit Nachströmung
Diese Lüftungslösung saugt „verbrauchte“ Luft aus Sanitär- und Aufenthaltsräumen ab. Frischluft strömt über spezielle Öffnungen in Wohn- und Schlafräumen nach. Damit wird ein kontinuierlicher Luftwechsel ohne Zutun der Bewohnenden und damit ein gesundes Raumklima sichergestellt – besser als bei manueller Fensterlüftung und mit weniger Risiko für Schimmel. Die gängigste Variante besteht aus kleinen Ventilatoren in den Sanitärräumen und Lüftungsklappen in den Wohnräumen. Es gibt auch zentrale Ventilationssysteme oder Geräte für einzelne Räume.
Stromverbrauch und Wartungsaufwand sind gering, die Nachström-Öffnungen sind meist schalldämmend ausgeführt, die Ventilatoren sollten möglichst leise sein. Nachteil: Im Winter geht Heizwärme mit der Abluft verloren. Zudem fehlt oft ein Filter gegen Schadstoffe. Der Einbau kann mehrere Tage dauern und erfordert Arbeiten im Wohnbereich.
In der Regel ist keine Genehmigung nötig – außer die äußere Gebäudeansicht wird wesentlich verändert.
Fensterlüftung
Fensterlüftung
Fensterlüftung bedeutet: Frischluft kommt über öffenbare Fenster ins Haus. Diese einfache Form der Belüftung, ist in den meisten Fällen ausreichend für ein gesundes Raumklima und ist überall möglich, wo sich Fenster öffnen lassen – meistens geschieht das manuell. Alternativ kann sie auch automatisiert sein – etwa mit Motoren, die die Fenster zeitgesteuert öffnen und schließen.
Die Nachrüstung einer automatischen Fensterlüftung ist mit einem gewissen Aufwand verbunden.
Beim manuellen Lüften kann es leicht zu Fehlern kommen: Wer zu wenig lüftet, riskiert Schimmel. Dauerhaft gekippte Fenster führen zu Wärmeverlusten und höheren Heizkosten. Am besten ist regelmäßiges Stoßlüften – also mehrmals täglich die Fenster kurz und ganz öffnen.
Da keine baulichen Änderungen nötig sind, ist keine Genehmigung erforderlich.
Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung
Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung
Diese Lüftungslösung tauscht „verbrauchte“ Luft aus und führt frische Luft zu. Dabei wird die Wärme der Abluft genutzt, um die Zuluft zu erwärmen. So bleiben bis zu 80 % der Wärme im Gebäude und der Heizbedarf kann um 20 bis 30 % sinken. Im Sommer sind die Wärmeeinträge durch die Lüftung ebenso um 80% geringer. Meist werden kompakte Geräte pro Wohnung verbaut. Eine zentrale Anlage für mehrere Einheiten ist ebenfalls möglich, braucht aber mehr Platz.
Die Geräte arbeiten leise, filtern die Luft und schützen vor Außenlärm. Filter müssen jährlich getauscht, das System rund alle fünf Jahre gewartet werden. Der Einbau dauert einige Tage und kann den Wohnraum zeitweise beeinträchtigen.
Eine Genehmigung ist in der Regel nicht erforderlich – außer das äußere Erscheinungsbild des Gebäudes wird verändert.
Hydraulischer Abgleich
Hydraulischer Abgleich
Beim hydraulischen Abgleich wird die Heizungsanlage so eingestellt, dass jede Wohnung und jeder Raum genau so viel Wärme bekommt, wie gebraucht wird. Das reduziert Wärmeverluste, spart Energie und Kosten. Besonders nach einer Sanierung oder beim Umstieg auf ein neues Heizsystem ist der Abgleich wichtig. Er senkt den Heizenergieverbrauch um bis zu 15 %.
Voraussetzung sind Thermostatventile in den Wohnungen. Falls nicht vorhanden, müssen sie nachgerüstet werden. Die Arbeiten dauern meist nur wenige Stunden.
Leitungen und Armaturen dämmen
Leitungen und Armaturen dämmen
In vielen Gebäuden sind Leitungen und Armaturen schlecht oder gar nicht gedämmt, vor allem in Kellern und Schächten. Das führt zu unnötigem Wärmeverlust.
Bei der Instandsetzung der Heizungsverteilung können diese Leitungen und Armaturen geprüft und gedämmt werden. Dadurch werden Wärmeverluste reduziert und Überhitzung im Gebäude, z. B. in der Übergangszeit, vermieden.
Die Maßnahme kann den Heizenergieverbrauch um bis zu 10 % senken – und spart dadurch auch Energiekosten.
Pumpen austauschen
Pumpen austauschen
Alte Heizungs- oder Zirkulationspumpen sind oft überdimensioniert und ineffizient. Neue, moderne Pumpen passen sich dem tatsächlichen Bedarf an und verbrauchen weniger Strom. Vor allem bei Warmwasserzirkulationspumpen, die rund um die Uhr laufen, lässt sich so viel Energie sparen. Der Stromverbrauch kann um bis zu 10 % sinken, was wiederum Kosten spart.
Der Austausch dauert meist nur wenige Stunden und betrifft üblicherweise nur die allgemeinen Bereiche im Gebäude; Ein Eingriff in die Wohnungen ist nicht nötig.
Vor dem Tausch sollte geprüft werden, ob die vorhandene Pumpe alt oder defekt ist – dann lohnt sich der Austausch am meisten.
Thermostatventile einbauen
Thermostatventile einbauen
Thermostatventile regeln die Heizkörper automatisch: Wird die gewünschte Raumtemperatur erreicht, schalten sie die Heizleistung zurück – ohne manuelles Nachjustieren.
Das spart Energie und erhöht den Wohnkomfort. Außerdem sind Thermostatventile Voraussetzung für einen hydraulischen Abgleich. Der Einbau dauert meist nur wenige Stunden pro Wohnung.
Vorlauftemperatur senken
Vorlauftemperatur senken
Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur des Heizwassers, das vom Heizgerät in die Heizkörper fließt. Sie bestimmt mit, wie viel Wärme in die Wohnungen geliefert wird. Wird sie um 7-10 °C abgesenkt, reduzieren sich die Wärmeverluste der Leitungen und man spart Energie.
Besonders sinnvoll ist die Maßnahme nach einer thermischen Sanierung, weil dann weniger Heizleistung nötig ist. Auch in unsanierten Gebäuden kann die Vorlauftemperatur oft gesenkt bzw. optimiert werden. Die höhere Energieeffizienz spart Heizkosten. Wichtig ist dabei, dass die Heizkörper trotzdem genug Wärme abgeben können.
Die Optimierung der Wärmeverteilung steigert die Effizienz und senkt die Kosten, das dauert nur wenige Stunden und ist meist ohne Arbeiten in den Wohnungen möglich.
Diese Maßnahme ist einfach umsetzbar da dazu keine Genehmigungen erforderlich sind.
Bestandsabgabesystem weiterhin nutzen
Bestandsabgabesystem weiterhin nutzen
Die Weiternutzung von bestehenden Abgabesystemen (Heizkörper, Fußboden- oder Deckenheizung) ist meist eine gute Möglichkeit, um den Aufwand einer Heizungsumstellung innerhalb der Nutzeinheiten gering zu halten. Ob das bestehende Abgabesystem weitergenutzt werden kann, hängt vom thermischen Gebäudezustand und der zukünftigen Heizung ab. Sind im Bestandsgebäude Heizkörper verbaut, benötigen diese meist eine hohe Vorlauftemperatur, um ausreichend Wärme an den Raum abgeben können. Bei einem sanierten Gebäude ist häufig auch eine Senkung der Vorlauftemperatur möglich. Bei bestehenden Fußbodenheizungen oder Deckenheizungen ist das weniger problematisch, sie funktionieren prinzipiell mit niedrigeren Temperaturen.
Biomasse
Biomasse
Biomasse-Heizungen erzeugen Wärme durch die Verbrennung von Holz – z. B. in Form von Pellets, Hackschnitzeln oder Scheitholz. In Mehrfamilienhäusern kommen meist automatisch betriebene Pellet- oder Hackschnitzelheizungen mit Lagerraum zum Einsatz. In Einfamilienhäusern werden auch Scheitholzheizungen verwendet, die manuell befüllt werden.
Biomasseanlagen liefern hohe Temperaturen, daher können bestehende Heizkörper meist weitergenutzt werden. Der Rauchfang der Anlage muss regelmäßig kontrolliert werden.
Biomasse gilt zwar als klimaneutral, weil beim Verbrennen nur so viel CO₂ freigesetzt wird, wie die Pflanzen beim Wachsen aufgenommen haben – trotzdem entstehen durch Transport und Lagerung zusätzliche Emissionen. Außerdem wird Biomasse auch für industrielle Anwendungen benötigt – daher sollte sie nicht flächendeckend für Heizungen genutzt werden.
Biomasseanlagen verursachen lokale Emissionen (z. B. Feinstaub) und brauchen regelmäßige Wartung. In manchen Gebäuden ist der Einbau aufgrund der Luftbelastung nicht erlaubt.
Eine Genehmigung durch Behörden kann in manchen Fällen nötig sein, weitere Informationen zu Genehmigungspflichten finden Sie im Handbuch der Klima- und Innovationsagentur Wien:
Dezentrale Luft-Wärmepumpe
Dezentrale Luft-Wärmepumpe
Dezentrale Luft-Wärmepumpen entziehen der Außenluft Wärme und machen sie mithilfe von Strom für die Heizung nutzbar – direkt in der jeweiligen Wohnung. Die gängige Bauweise ist die sogenannte Split-Variante, bei der ein Gerät außen und eines innen montiert wird. Die Technik ist besonders für einzelne Wohnungen geeignet, weil sie ohne zentrale Heizräume und ohne gemeinsames Leitungssystem im Gebäude auskommt. Das spart Platz und reduziert die Kosten für eine zentrale Wärmeverteilung.
Aus einer Einheit Strom entstehen etwa drei Einheiten Heizwärme. Voraussetzung für einen effizienten Betrieb ist eine gute Dämmung des Gebäudes. In den meisten Fällen erfolgt die Wärmeabgabe direkt an die Raumluft über sogenannte Direkt-Verdampfer oder Umluftkonvektoren. Auch eine Nutzung von wassergeführten Systemen – z.B. Fußbodenheizung oder Heizkörper – ist möglich.
Neben dem Heizen können dezentrale Luft-Wärmepumpen auch kühlen – allerdings nur mit zusätzlichem Stromaufwand. Die Kälte kann über Umluftkonvektoren oder Flächenheizungen, nur bedingt über Heizkörper abgegeben werden. Der Einbau erfordert sowohl außen als auch innen Platz, und es kann zu einer vorübergehenden Beeinträchtigung des Wohnraums kommen.
Erdwärmepumpe
Erdwärmepumpe
Erdwärmepumpen nutzen die natürliche Wärme im Erdreich und wandeln sie mit Hilfe von Strom in Heizwärme um. Je nach Platzangebot und Bodenbeschaffenheit kommen entweder senkrechte Erdwärmesonden (meist bis zu 150 Meter tief) oder flach verlegte Erdkollektoren (in 1 bis 2 Meter Tiefe) zum Einsatz. Erdwärmepumpen sind sehr effizient, weil aus einer Einheit Strom etwa vier Einheiten Heizwärme entstehen. Damit das gut funktioniert, sollte das Gebäude gut gedämmt sein. Flächenheizungen wie Fußbodenheizung sind vorteilhaft, aber nicht unbedingt notwendig – oft können auch bestehende Heizkörper weiterverwendet oder geringfügig angepasst werden.
Ein zusätzlicher Vorteil: Im Sommer kann mit Erdwärme auch gekühlt werden – meist ganz ohne zusätzlichen Energieaufwand. Herausfordernd ist der Platzbedarf für das Erdsondenfeld. Je nach Größe des Gebäudes braucht es etwa 20 bis 40 % der beheizten Fläche als Freifläche. Zudem muss das Erdreich im Sommer wieder „aufgeladen“ werden, etwa durch Kühlung, Luftwärmetauscher oder Solaranlagen. Die Kosten für Bohrungen und Gutachten (geologisch, hydrologisch) machen Erdwärmeanlagen zwar teuer in der Anschaffung, dafür sind die laufenden Kosten niedrig. In manchen Fällen ist auch eine wasserrechtliche Genehmigung erforderlich.
Ob Ihr Standort geeignet ist, finden Sie im Erdwärmepotenzialkataster der Stadt Wien.
Informationen über Genehmigungen und Anforderungen in Wien finden Sie im Handbuch der Klima- und Innovationsagentur Wien.
Errichtung Energiezentrale
Errichtung Energiezentrale
Die Energiezentrale ist der Technikraum für Heizung, Warmwasser, Speicher und Steuerung. Sie wird meist im Keller, auf dem Dachboden oder in sonstigen ungenutzten Räumen eingerichtet.
Wenn ein Gebäude bisher dezentral beheizt wurde (z. B. mit Gasthermen in jeder Wohnung), ist eine Energiezentrale notwendig, um auf ein gemeinsames erneuerbares Heizsystem umzusteigen – etwa mit Fernwärme oder einer Wärmepumpe.
Der zentrale Technikraum spart Platz in den Wohnungen und erleichtert Wartung und Reparatur. Die Kosten werden auf alle Nutzer*innen aufgeteilt.
Für die Umwidmung eines allgemeinen Raums (z. B. Waschküche) braucht es einen Mehrheitsbeschluss der Eigentümer*innen. In manchen Fällen ist auch eine Genehmigung nötig.
Fernwärme
Fernwärme
Fernwärme bedeutet, dass heißes Wasser für Heizung und Warmwasser nicht im Gebäude selbst, sondern in einem entfernten Heizwerk erzeugt wird. Dieses Wasser wird über gut gedämmte Leitungen ins Haus transportiert.
In der Regel erfolgt die Übergabe der Wärme über eine sogenannte Fernwärmeübergabestation im Gebäude. Ein zusätzlicher Pufferspeicher kann eingebaut werden, um Leistungsspitzen auszugleichen. Das kann die laufenden Kosten und den Baukostenzuschuss verringern.
Ein Vorteil: Die vorhandenen Heizkörper können meist weiterverwendet werden, weil die Fernwärme mit hohen Temperaturen arbeitet.
Ob Fernwärme genutzt werden kann, hängt davon ab, ob sie am Standort verfügbar ist. Für Wien kann das einfach über die Website von Wien Energie geprüft werden.
Wenn ja, ist der Aufwand für den Anschluss relativ gering. Ist keine Leitung in der Nähe, sind größere Bauarbeiten nötig – z. B. Grabungen für neue Leitungen. Eine Genehmigung durch Behörden ist normalerweise nicht erforderlich.
Grundwasser-Wärmepumpe
Grundwasser-Wärmepumpe
Grundwasser-Wärmepumpen entziehen dem Grundwasser Wärme und machen sie mithilfe von Strom fürs Heizen nutzbar. Dafür werden zwei Brunnen gebaut: ein Saugbrunnen, aus dem das Wasser zur Wärmepumpe gepumpt wird, und ein Schluckbrunnen, der das abgekühlte Wasser wieder in den Boden zurückführt. Wegen der vielen Mineralien im Wasser ist meist ein zusätzlicher Wärmetauscher nötig, um Schäden an der Anlage zu vermeiden. Die Brunnen müssen regelmäßig gewartet werden, um eine Verschlammung zu verhindern.
Dieses System ist sehr effizient: Aus einer Einheit Strom entstehen etwa vier Einheiten Heizwärme. Damit das gut funktioniert, sollte das Gebäude gut gedämmt sein. Flächenheizungen wie eine Fußbodenheizung sind hilfreich, aber nicht zwingend notwendig. Auch bestehende Heizkörper können unter Umständen weiterverwendet werden.
Ein großer Vorteil ist die Möglichkeit zur passiven Kühlung im Sommer – ganz ohne zusätzlichen Energieeinsatz. Allerdings sind die Temperaturen des rückgeführten Wassers oft gesetzlich geregelt. Wenn das Grundwasser zu warm wird, kann das die Kühlung einschränken. Die Herstellungskosten sind in der Regel niedriger als bei Erdwärmeanlagen. Allerdings braucht man Platz für beide Brunnen, und die geologischen Bedingungen müssen geeignet sein. Zudem gibt es ein gewisses Restrisiko, falls sich das Grundwassersystem in Zukunft verändert.
Für die Umsetzung sind ein hydrologisches Gutachten und eine wasserrechtliche Genehmigung erforderlich. In Wasserschutzgebieten sind solche Anlagen meist nicht erlaubt. Informationen über Genehmigungen und Anforderungen in Wien finden Sie im Handbuch der Klima- und Innovationsagentur Wien:
Luft-Wärmepumpe
Luft-Wärmepumpe
Luft-Wärmepumpen entziehen der Außenluft Wärme und nutzen diese mithilfe von Strom für die Heizung. Es gibt zwei Bauarten: Bei der Monoblock-Variante ist alles in einem Gerät untergebracht, das meist im Freien aufgestellt wird. Die Split-Variante besteht aus einem Außen- und einem Innengerät, die durch Leitungen miteinander verbunden sind. Beide Systeme funktionieren nach dem gleichen Prinzip, unterscheiden sich aber in der Montage und im Platzbedarf.
Im Vergleich zu Erd- oder Grundwasserwärmepumpen sind Luft-Wärmepumpen etwas weniger effizient. Aus einer Einheit Strom entstehen etwa drei Einheiten Heizwärme. Für einen besonders sparsamen Betrieb sollte das Gebäude gut gedämmt sein. Auch Flächenheizungen helfen, sind aber nicht zwingend notwendig – oft reicht es, einzelne Heizkörper auszutauschen oder zu ergänzen.
Neben dem Heizen können Luftwärmepumpen auch kühlen. Dafür wird jedoch zusätzliche elektrische Energie benötigt. Wichtig ist auch, dass das Außengerät gut platziert wird, da es Geräusche verursachen kann. Abhilfe schaffen Schalldämmhauben oder eine Positionierung auf dem Dach.
Ob für die Installation eine Genehmigung nötig ist, hängt von der Lage, dem gewählten Kältemittel und der Lärmentwicklung ab. Informationen dazu finden Sie im Handbuch der Klima- und Innovationsagentur Wien:
Steigleitungspaar Raumheizung
Steigleitungspaar Raumheizung
Ein Steigleitungspaar verbindet die zentrale Heizungsanlage mit den einzelnen Wohnungen und wird in Gebäuden mit vorher dezentraler Heizung neu eingebaut. Meist werden die Leitungen im Stiegenhaus oder Verteilschacht verlegt. Alternativ sind auch Außenverlegung oder Nutzung stillgelegter Kamine möglich.
Jede Wohnung wird über Abzweiger angeschlossen – oder es werden nur Vorbereitungen dafür getroffen. Ideal ist ein gemeinsamer Umstieg aller Wohnungen, sonst müssen die Kosten nur von den angeschlossenen Parteien getragen werden.
Trinkwarmwasser- und Zirkulationsleitung
Trinkwarmwasser- und Zirkulationsleitung
Für die zentrale Warmwasserversorgung braucht es eine Trinkwarmwasser- und eine Zirkulationsleitung. Diese verbinden den zentralen Speicher mit den Wohnungen und halten die Temperatur konstant auf der hygienischen Mindesttemperatur (rund 60 °C). Die Leitungen werden meist im Stiegenhaus oder Verteilschacht verlegt. Wohnungen können direkt angeschlossen oder für einen späteren Anschluss vorbereitet werden.
Ein gleichzeitiger Anschluss aller Wohnungen ist ideal. Ist das nicht möglich, tragen nur die angeschlossenen Einheiten die Kosten. Die Pflicht zur Zirkulation verursacht allerdings hohe Temperaturen, was den effizienten Betrieb mit Wärmepumpen erschwert, und damit auch hohe Wärmeverluste. In unsanierten Gebäuden ohne bestehende zentrale Lösung wird diese Maßnahme daher meist nicht empfohlen.
Wärmemengenzählung
Wärmemengenzählung
Wärmemengenzähler messen, wie viel Heizenergie pro Wohnung verbraucht wird – ähnlich wie ein Kaltwasserzähler. Moderne Geräte sind meist fernauslesbar, was die exakte Abrechnung vereinfacht. So können Heizkosten genau nach Verbrauch und nicht pauschal nach Wohnfläche verteilt werden. Im Vergleich zu älteren Methoden sind die Geräte präzise und auch für große Anlagen geeignet.
Zusätzliches Steigleitungspaar (Kühlung)
Zusätzliches Steigleitungspaar (Kühlung)
Ein zusätzliches Steigleitungspaar wird benötigt, wenn im Gebäude gleichzeitig geheizt bzw. Warmwasser bereitet und gekühlt werden soll – etwa bei Nutzung von Wohnungsstationen und gewünschter Kühlung im Sommer. Die Leitungen werden, wie das reguläre Steigleitungspaar, im Stiegenhaus oder Verteilschacht verlegt, sofern Platz vorhanden ist. Jede Wohnung kann direkt angeschlossen oder für einen späteren Anschluss vorbereitet werden.
Ein vollständiger gleichzeitiger Anschluss aller Wohnungen ist ideal. Ansonsten werden Kosten und Verluste nur auf die tatsächlich angeschlossenen Einheiten verteilt. Die Maßnahme ist besonders sinnvoll in Gebäuden mit unterschiedlichen Temperaturanforderungen.
Deckenheizung
Deckenheizung
Deckenheizungen sind Flächenheizsysteme, bei denen Heizrohre in oder unter der Decke verlegt werden – meist als vorgefertigte Plattensysteme. Sie arbeiten mit niedrigen Vorlauftemperaturen und eignen sich gut für den Betrieb mit Wärmepumpen. Die Wärme wird gleichmäßig im Raum verteilt und sorgt für hohen Komfort. Auch eine Kühlung ist möglich.
Für die Nachrüstung muss ausreichend Raumhöhe vorhanden sein, da die Decke um etwa 10 cm abgehängt wird. Der Einbau bringt einige Bautage mit sich, die betroffenen Wohnbereiche sind aber i.d.R. bewohnbar. Die Nachrüstung im Bestand ist im Vergleich zu den Heizkörpern teurer.
Eine Genehmigung ist in der Regel nicht erforderlich.
Elektro-Heizplatten
Elektro-Heizplatten
Elektro-Heizplatten erzeugen Wärme direkt aus Strom – ohne Nutzung von Umweltwärme. Häufig als Infrarotpaneele bekannt, werden sie an Wand oder Decke montiert und sind in vielen Designs erhältlich. Der Einbau ist meist einfach, kann aber eine teure Verstärkung der Elektroinstallationen erfordern.
Sie eignen sich nur in Ausnahmefällen, etwa zur Zusatzheizung in kleinen Räumen wie Badezimmern oder bei beengten Platzverhältnissen. Der Betrieb ist verlustfrei, aber stromintensiv – mit hohen Energiekosten und schlechter Ökobilanz.
Fußbodenheizung
Fußbodenheizung
Bei einer Fußbodenheizung verlaufen wasserführende Rohre unter dem Bodenbelag (z. B. unter Fliesen oder Parkett). Es gibt zwei Bauweisen: Entweder wird die Fußbodenheizung in den Estrich eingebettet (Nassaufbau), oder sie wird mit speziellen Bauelementen direkt auf den Bodenaufbau verlegt (Trockenbau).
Fußbodenheizungen arbeiten mit niedrigen Temperaturen. Das macht sie besonders gut kombinierbar mit Wärmepumpen, sie sind aber auch mit Fernwärme oder Biomasse nutzbar – sofern keine zu hohen Temperaturen eingesetzt werden.
Sie sorgen für gleichmäßige Wärme im Raum und lassen sich im Sommer auch zur Kühlung nutzen.
Im Neubau sind sie einfach umsetzbar. In bestehenden Gebäuden ist der Einbau aufwändiger, weil der Bodenaufbau verändert werden muss – das ist mit Baustellenlärm und vorübergehender Einschränkung der Nutzbarkeit der Räume (mehrere Tage oder Wochen) verbunden. Im Vergleich zur Installation von Niedertemperaturheizkörper sind Fußbodenheizungen etwas teurer.
Eine Genehmigung ist in der Regel nicht erforderlich.
Heizkörper mit Ventilatoren
Heizkörper mit Ventilatoren
Heizkörper mit Ventilatoren geben dank eingebauter Lüfter mehr Wärme ab als herkömmliche Heizkörper – auch bei niedrigen Vorlauftemperaturen. Das macht sie ideal für den Betrieb mit Wärmepumpen. Sie sind wartungsarm, gut regelbar und können bei vorhandener Kälteversorgung auch ein wenig zur Raumkühlung beitragen.
Der Einbau ist meist einfacher und günstiger als bei Flächenheizungen (z.B. Fußbodenheizung). In manchen Fällen müssen jedoch Heizungsleitungen angepasst und ein Stromanschluss für die Ventilatoren nachgerüstet werden.
Niedertemperatur-Heizkörper (Erneuerung der Bestands-Heizkörper)
Niedertemperatur-Heizkörper (Erneuerung der Bestands-Heizkörper)
Niedertemperatur-Radiatoren sind größer dimensioniert als herkömmliche Heizkörper, meist durch eine größere Tiefe. Dadurch geben sie auch bei niedrigeren Vorlauftemperaturen noch genug Wärme ab – ideal für den Einsatz mit Wärmepumpen. Sie sind einfach zu regeln, wartungsarm und effizient. Der Austausch ist meist unkompliziert und günstiger als eine Flächenheizung (z. B. Fußbodenheizung). In Einzelfällen kann es nötig sein, auch die Leitungen in der Wohnung anzupassen.
Umluftkonvektoren (Direktverdampfung)
Umluftkonvektoren (Direktverdampfung)
Umluftkonvektoren mit Direktverdampfung sind die Innengeräte dezentraler Split-Luftwärmepumpen. Sie arbeiten mit Kältemittel und erwärmen oder kühlen die Raumluft über einen eingebauten Ventilator. Die Geräte sind schnell einsatzbereit, decken ein breites Temperaturspektrum ab und können im Kühlbetrieb auch Luft entfeuchten – dabei ist ein Kondensat-Abfluss oder eine Kondensat-Pumpe nötig.
Sie brauchen keine Heizleitungen, aber eine passende Außeneinheit und einen Stromanschluss. Der Betrieb gilt als wenig behaglich, da Luftzug und Geräusche entstehen (siehe dezentrale Luftwärmepumpe).
Umluftkonvektoren (Wasser-Luft)
Umluftkonvektoren (Wasser-Luft)
Umluftkonvektoren sind wassergeführte Heizgeräte mit Ventilator. Sie erwärmen Raumluft über einen Wärmetauscher und verteilen die warme Luft aktiv im Raum. Sie funktionieren sowohl mit niedrigen als auch mit höheren Vorlauftemperaturen und können – bei vorhandener Kälteversorgung – auch zur Kühlung eingesetzt werden.
Neben Heizungsleitungen ist ein Stromanschluss für den Ventilator nötig. Im Vergleich zu anderen Systemen gelten Umluftkonvektoren als weniger behaglich – wegen Luftbewegung, Geräuschentwicklung und geringer Strahlungswärme.
Dezentrale Durchlauferhitzer
Dezentrale Durchlauferhitzer
Dezentrale Durchlauferhitzer erwärmen das Trinkwasser direkt beim Zapfen – ohne Speicherung. Dadurch entfallen Wärmeverluste durch Leitungen und Zwischenspeicherung. Die Geräte sind kompakt und gut für kleine Wohnungen geeignet. Hygienische Risiken sind gering.
Im Unterschied zu E-Speichern benötigen Durchlauferhitzer aber hohe elektrische Anschlussleistungen, meist über Drehstrom. Häufig muss die Elektroinstallation in der Wohnung angepasst werden.
Da sie keinen Strom speichern, eignen sie sich kaum zur Nutzung von Photovoltaik-Strom. Für den Einbau ist die Zustimmung der Mieter*innen nötig, meist aber keine der übrigen Eigentümer*innen.
Dezentrale E-Speicher
Dezentrale E-Speicher
Dezentrale Elektro-Speicher erhitzen das Warmwasser direkt in der Wohnung über einen integrierten Heiz-Stab. Sie sind meist steckdosenfähig und in unterschiedlichen Größen verfügbar – von wenigen Litern für Küche oder WC, bis etwa 120 Liter fürs Bad. Für die Installation ist oft ein eigener Stromkreis nötig, was eventuell eine Erneuerung der Elektroinstallation erfordert.
Im Betrieb entstehen weniger Wärmeverluste als bei zentralen Systemen, da auf lange Leitungen und Zirkulation verzichtet wird. Allerdings ist der Stromverbrauch höher, weil keine Umweltwärme genutzt werden kann. Gut abgestimmt auf eine Photovoltaikanlage können E-Speicher den Eigenverbrauch verbessern.
Die Zustimmung der Mieter*innen ist erforderlich. Da der Allgemeinbereich nicht betroffen ist, braucht es aber keine Zustimmung der übrigen Eigentümer*innen.
Dezentrale Wärmepumpen-Speicher
Dezentrale Wärmepumpen-Speicher
Dezentrale Wärmepumpen-Speicher bereiten Warmwasser direkt in der Wohnung mittels integrierter Wärmepumpe auf und speichern es bis zur Nutzung. Es gibt zwei Ausführungen:
Luft-Wasser-Wärmepumpen-Speicher entziehen dem Aufstellraum oder der Umgebungsluft Wärme zur Warmwasserbereitung.
Wasser-Wasser-Wärmepumpen-Speicher entziehen Wärme dem Heizsystem: Im Winter wird Wärme aus der zentralen Heizung genutzt, im Sommer entziehen sie den Räumen Wärme – das führt zu einer leichten Kühlung.
Beide Varianten enthalten zusätzlich einen Elektro-Heiz-Stab zur Absicherung oder bei hoher Last.
Im Vergleich zu zentralen Systemen entfallen lange Leitungen und hohe Speichertemperaturen, wodurch Wärmeverluste geringer sind. Mit einer Wärmepumpe kann Strom effizienter genutzt werden als bei rein elektrischen Systemen. Auch die Nutzung von Photovoltaik-Strom ist gut möglich.
Üblicherweise ist ein eigener Stromkreis erforderlich. Der Platzbedarf hängt von der Speichergröße ab, meist ab 120 Litern. Für den Einbau braucht es die Zustimmung der Mieter*innen, nicht aber der übrigen Eigentümer*innen.
Warmwasserbereitung mit Trinkwasserzirkulation
Warmwasserbereitung mit Trinkwasserzirkulation
Hier wird das Wasser in der Heizzentrale erhitzt, gespeichert und über eine Leitung zu den Wohnungen geführt. Eine zusätzliche Zirkulationsleitung hält das Wasser ständig in Bewegung, damit es ohne Wartezeit heiß verfügbar ist und hygienisch bleibt (Schutz vor Legionellen).
Die nötige Temperatur von rund 60 °C und der ständige Umlauf verursachen jedoch hohe Wärmeverluste – besonders ungünstig beim Betrieb mit Wärmepumpen. Wenn noch kein zentrales System vorhanden ist, wird diese Lösung daher meist nicht empfohlen.
Einbau und Anschluss erfordern oft die Zustimmung der Mieter*innen sowie einen Mehrheitsbeschluss der Eigentümer*innen.
Warmwasserbereitung mit Wohnungsstationen
Warmwasserbereitung mit Wohnungsstationen
Bei dieser Lösung wird das Warmwasser direkt in der Wohnung erzeugt – über eine sogenannte Wohnungsstation. Diese nutzt Heizwasser aus der Zentrale, um kaltes Trinkwasser bei Bedarf zu erwärmen. Das passiert erst kurz vor der Zapfstelle – hygienisch vorteilhaft und rechtlich als dezentrale Lösung eingestuft.
Vorteil: Durch die Trennung von Heizungswasser und Warmwasserbereitung kann das zentrale Heizsystem oft mit nur 50 °C betrieben werden. Das erhöht die Effizienz und spart Energiekosten. Wenn auch im Sommer gekühlt werden soll, muss die Wohnungsstation dafür geeignet bzw. entsprechend ausgestattet sein.
Ein Nachteil ist, dass das Heizwasser ganzjährig warm bleiben muss, auch wenn es bspw. im Sommer für die Raumheizung nicht benötigt wird.
Der Aufwand hängt davon ab, ob das Gebäude bereits zentral beheizt ist. Meist müssen Heiz- und Kaltwasserleitungen angeschlossen bzw. neu verlegt werden. Die Wohnungsstationen werden innerhalb der Wohnungen installiert – das erfordert Zustimmung der Mieter*innen.
Eine Genehmigung ist in der Regel nicht nötig.
Installation von E-Herden
Installation von E-Herden
Für eine vollständige Umstellung auf erneuerbare Energieversorgung muss auch ein vorhandener Gasherd durch einen E-Herd ersetzt werden. Der Tausch selbst ist technisch einfach, erfordert jedoch eine leistungsfähige Stromleitung und entsprechende Absicherung. Meist betrifft das nur die Wohnung, in Einzelfällen aber auch die Elektroverteilung im Stiegenhaus.
Ist die bestehende Elektroinstallation nicht betriebssicher, muss sie vor dem Einbau umfassend saniert werden – das kann die Kosten deutlich erhöhen. Die Beurteilung und Durchführung erfolgt durch ein konzessioniertes Elektrounternehmen im Rahmen des sogenannten Elektrobefunds.
Der Austausch ist nur mit Zustimmung der jeweiligen Mieter*innen bzw. Eigentümer*innen möglich.
Verstärkung der Elektroinstallation
Verstärkung der Elektroinstallation
Wenn in einem Gebäude neue Stromverbraucher wie Wärmepumpen, Elektroherde oder elektrische Boiler dazukommen, muss oft auch die Elektroinstallation angepasst werden. Dabei werden z. B. Leitungen verstärkt, Sicherungen, Verkabelung oder Stromzähler erneuert.
Je nach Zustand betrifft das die Leitungen im ganzen Haus – bis hin zu einzelnen Wohnungen. Wird mehr Strom benötigt, können zusätzliche Gebühren für den Netzanschluss anfallen.
Eine behördliche Genehmigung ist in der Regel nicht erforderlich, eine Leistungserweiterung ist aber bei den Wiener Netzen zu beantragen.
Batteriespeicher
Batteriespeicher
Batteriespeicher speichern Strom – idealerweise jenen aus der eigenen Photovoltaikanlage – und stellen ihn bei Bedarf wieder zur Verfügung. Dadurch steigt der Eigenverbrauch, und es muss weniger Strom aus dem Netz bezogen werden.
Am häufigsten werden Batteriespeicher mit Photovoltaik-Anlagen kombiniert und in die bestehende Elektroinstallation eingebunden. Eine Sonderform ist die Nutzung von Elektroautos als temporärer Speicher, wofür geeignete Ladeinfrastruktur und Steuerung nötig sind.
Bei Ein- und Zweifamilienhäusern lohnt sich ein Batteriespeicher oft. In größeren Wohnanlagen ist der Strombedarf meist zu hoch, und die benötigte Speicherkapazität wäre sehr teuer. Bei größeren Speichern kann ein eigener, brandschutzgerechter Batterieraum erforderlich sein – meist genügt hier eine Bauanzeige.
Photovoltaik
Photovoltaik
Photovoltaikanlagen wandeln Sonnenlicht in Strom um – meist über Paneele, die auf dem Dach montiert werden. Die Module werden mit Abstand zur Dacheindeckung auf Metallgestellen befestigt. Vertikale Fassadenlösungen sind wegen Verschattung in der Stadt meist unwirtschaftlich.
Photovoltaikanlagen erreichen Wirkungsgrade ab 20 %. Der direkt genutzte Strom („Eigenverbrauch“) spart am meisten Kosten. Überschüsse werden ins Netz eingespeist und gering vergütet. Durch smarte Steuerung, z. B. über Wärmepumpen oder Speicher, lässt sich der Eigenverbrauch steigern. Die Anlagen sind nahezu wartungsfrei, regelmäßige Kontrolle und Reinigung sichern langfristig die Leistung.
Zu den Kosten zählen Module, Montage, Wechselrichter und Elektroanschluss. Die Investition rechnet sich meist in 5–10 Jahren. Vor dem Einbau müssen Dachstatik und Elektroinstallation geprüft werden. Erforderlich ist ein Mehrheitsbeschluss der Eigentümer*innen. Eine bauliche Genehmigung braucht es nur bei bestimmten Voraussetzungen (z. B. Größe, Schutzzone, Fassadenmontage).
Informationen zu Genehmigungen und Anforderungen in Wien finden Sie im Handbuch der Klima- und Innovationsagentur Wien.
Informationen für Photovoltaik-Balkonmodule in Wien Finden Sie im Merkblatt der Abteilung Energieplanung der Stadt Wien.